vorlesungsmanuskript biologische psychologie

 Endokrinologie

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VORLESUNGSMANUSKRIPT BIOLOGISCHE PSYCHOLOGIE (6. überarbeitete Auflage, Oktober 2000) Vorbemerkung zur Arbeit mit diesem Manuskript: Das Manuskript soll…
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VORLESUNGSMANUSKRIPT BIOLOGISCHE PSYCHOLOGIE (6. überarbeitete Auflage, Oktober 2000) Vorbemerkung zur Arbeit mit diesem Manuskript: Das Manuskript soll lediglich die Mitschrift bestimmter Kapitel der Biologischen Psychologie I (Winter-Semester) während der Vorlesung ersetzen und zugleich die Vorbereitung auf die Prüfung erleichtern. Es ist nicht dazu gedacht, die Vorlesung zu ersetzen, da es lediglich die wichtigsten Fakten in stark komprimierter Form enthält. Auch ist nicht der gesamte Stoff des Winter-Semesters dargestellt, sondern nur solche Kapitel, deren Quelle in verschiedenen, schwerer zugänglichen Büchern liegt oder die aus Lehrbüchern stammen, die für den hier verfolgten Zweck zu umfangreich sind. Definition der Biologischen Psychologie Physiologie: Lehre von den normalen Lebensfunktionen. Biologische Psychologie: Untersuchung der Zusammenhänge zwischen physiologisch-organischen Vorgängen und dem Verhalten bzw. dem subjektiven Erleben. Basiert vorwiegend auf Tierexperimenten und betont neurophysiologische Prozesse. Psychophysiologie: Basiert auf Humanexperimenten. Strebt die psychologisch-physiologische Doppelbetrachtung an. Psychosomatik: Ursprünglich die Doppelbetrachtung psychophysischer Störungen. In Deutschland weitgehend psychoanalytisch orientiert. In der angloamerikanischen Literatur psychophysiologisch orientiert: Psychophysiological disorders statt psychosomatic disorders. In der 10. Revision der International Classification of Diseases (ICD-10, 1994) wurden auch diese Begriffe aufgegeben. Psychosomatische Störungen werden nun unter der Rubrik „F 45 Somatoforme Störungen“ eingeordnet. Diese sind durch die „wiederholte Darbietung körperlicher Symptome trotz wiederholter negativer Ergebnisse und Versicherung der Ärzte, daß die Symptome nicht körperlich begründbar sind, charakterisiert.“ Determinanten des Verhaltens: ZNS-Prozesse (ZNS = Zentralnervensystem), Hormonsystem, Reizsituation (Umwelt), phylogenetische Vergangenheit, Lerngeschichte u.a. 2 Anatomischer Aufbau des menschlichen Organismus Literatur: Faller, A. & Schünke, M. (1999). Der Körper des Menschen. Stuttgart: Thieme. Sobotta-Becher: Atlas der Anatomie des Menschen Bd. I und II. Einteilung der deskriptiven Anatomie: Knochen; Bänder, Muskeln und Schleimbeutel; Gefäße; Eingeweide; Zentralnervensystem; peripheres Nervensystem; Sinnesorgane und Haut. Knochen: Ursprünglich Knorpel. Reste des embryonalen Knorpelskeletts beim Erwachsenen: Z.B. Rippenknorpel, Gelenkknorpel. Setzt sich aus kalkhaltiger Knochensubstanz und Weichteilen (Gelenkknorpel, Knochenhaut = Periost, Knochenmark, Blutgefäße und Nerven) zusammen. Knochensubstanz in zwei Modifikationen: Substantia compacta (zylindrischer Mantel um den Markraum der Röhrenknochen) und Substantia spongiosa (Endstücke der Röhrenknochen, kurze und platte Knochen; Sitz des roten Knochenmarks). Knochenmark: Rotes Knochenmark (Blutbildung) und gelbes Knochenmark (reines Fettgewebe), das sich im Laufe der Entwicklung aus dem roten Mark bildet. Wirbelsäule: Besteht aus 24 freien Wirbeln (7 Hals-, 12 Brust- und 5 Lendenwirbel), Kreuzbein und Steißbein. Wirbelkörper durch Bandscheiben miteinander verbunden. Zwischen je 2 Wirbeln befinden sich die Zwischenwirbellöcher = foramen intervertebrale, die in den Rückenmarkskanal führen (ermöglichen die Verbindung zwischen ZNS und peripheren Nerven). Thorax (Brustkorb): Gebildet aus Brustwirbelsäule, 12 Rippenpaaren und Brustbein. Schädel: Besteht aus Stirnbein, Scheitelbein, Hinterhauptsbein, Schläfenbein, Keilbein, Tränenbein, Siebbein, Jochbein, Nasenbein, Unter- und Oberkiefer. Schädel des Neugeborenen: Vordere Fontanelle (zwischen Stirnnaht, Kranznaht und Pfeilnaht) = große Fontanelle; hintere Fontanelle = kleine Fontanelle; vordere und hintere Seitenfontanellen (paarig). Skelett der oberen Extremität: Schultergürtel (Schlüsselbein und Schulterblatt), freie obere Extremität (Oberarm = Humerus; Unterarm mit Radius = Speiche und Ulna = Elle; Hand mit Handwurzelknochen, Mittelhandknochen und Fingerknochen). Skelett der unteren Extremität: Beckengürtel (zwei Hüftbeine bestehend jeweils aus Darmbein, Schambein und Sitzbein; Kreuzbein); freie untere Extremität (Oberschenkel = Femur; Kniegelenk mit Menisken; Unterschenkel mit Tibia = Schienbein und Fibula = Wadenbein; Fuß mit Fußwurzelknochen, Mittelfußknochen und Zehen). Gelenke: Bestehend aus Kopf, Pfanne und Kapsel, welche die Gelenkhöhle nach außen abschließt. Schleimbeutel befinden sich an Stellen, wo Sehnen über Knochen gleiten, Sehnenscheiden dienen zur Führung der Sehnen über Knochen. Gelenkformen: Kugelgelenk (z.B. Schultergelenk), Eigelenk (z.B. hinteres Handwurzelgelenk), Scharniergelenk (z.B. Kniegelenk), Zapfengelenk (z.B. zwischen erstem und zweitem Halswirbel), Sattelgelenk (z.B. Carpometacarpalgelenk des Daumens = Verbindung zwischen Handwurzel und Mittelhandknochen des Daumens), flaches Gelenk (z.B. Kehlkopf). Muskel: Bestehend aus proximaler Ursprungssehne(näher zum Rumpf liegend), Muskelbauch und distaler Ansatzsehne(entfernter zum Rumpf liegend). Gleichsinnig arbeitende Muskeln = 3 Synergisten, ungleichsinnig arbeitende Muskeln = Antagonisten. Sechs Hauptbewegungen möglich: Beugung (Flexion), Streckung (Extension), Anziehen (Adduktion), Abspreizen (Abduktion), Außenrollung (Exorotation) und Innenrollung (Endorotation). Mundhöhle: Schneidezähne, Mahlzähne und Speicheldrüsen zur Verflüssigung der Nahrung und Beginn der Kohlenhydratverdauung. Am Übergang zwischen Mundhöhle und Pharynx liegen vordere und hintere Gaumenbögen mit Gaumenmandeln = Tonsillen. Pharynx (Schlund): Hier kreuzen sich Atemweg und Speiseweg. Berührung der hinteren Rachenwand löst Schluckreflex aus. Schluckzentrum in der Medulla oblongata (Teil des Gehirns). Oesophagus (Speiseröhre): Verbindet den Pharynx mit dem Magen. Liegt zwischen Luftröhre und Wirbelsäule. Magen: Links im Oberbauch zwischen Leber und Milz. Rechte Magenkante = kleine Curvatur, linke Magenkante = große Curvatur. Oberer Teil des Magens liegt als Magengrund (Fundus) in der linken Zwerchfellkuppel. Magengrund und Magenkörper (Corpus) bilden den verdauenden Magenabschnitt. Am Magenmund (Cardia) mündet die Speiseröhre in den Magen. Der Pförtnermuskel (Pylorus) schließt den Magen gegen den Zwölffingerdarm ab. Zwölffingerdarm (Duodenum): Gestalt eines liegenden nach links offenem U. Umrandet den Kopf der Bauchspeicheldrüse. Jenunum (Leerdarm) und Ileum (Krummdarm): Schließen sich an das Duodenum an. Schlingen des Darmes an Gekröse aufgehängt, das Gefäße, Nerven, Venen und Lymphgefäße führt. Dickdarm (Colon): Besteht aus Blinddarm mit Wurmfortsatz (Appendix), aufsteigendem Dickdarm, Quercolon, absteigendem Dickdarm und Sigmaschleife. Mastdarm (Rectum): Schließt sich an Sigmaschleife an und geht in den Analkanal über, der mit dem After (Anus) endet. Brusthöhle: Enthält die Brusteingeweide: Lungen mit zuführenden Luftwegen (Bronchien), Speiseröhre und Herz mit Venen und Arterien. Der Boden der Brusthöhle wird durch das Zwerchfell gebildet. Embryonaler Kreislauf: Nabelvene leitet das im Placentarkreislauf arterialisierte Blut dem Embryo zu. Diese mündet sowohl direkt in die untere Hohlvene als auch indirekt über das Pfortadersystem. In der unteren Hohlvene mischt sich das arterielle Blut der Nabelvene mit dem venösen Blut der Hohlvene. Aus der unteren Hohlvene gelangt das Blut in den rechten Vorhof. Ab hier zwei Wege: (1) rechter Vorhof ---> linker Vorhof über Foramen ovale ---> linker Ventrikel ---> Aorta ---> Körperkreislauf. (2) rechter Vorhof ---> rechter Ventrikel ---> Lungenarterien ---> Aorta über Ductus arteriosus. Nur 4 % des vom rechten Ventrikel ausgeworfenen Blutes gehen durch die embryonalen Lungen. Mit dem ersten Atemzug nimmt der Widerstand im Lungenkreislauf ab. Blut aus dem rechten Ventrikel fließt nun in die Lungenkapillaren. Druck im linken Vorhof übersteigt Druck im rechten Vorhof, wodurch sich das Foramen ovale schließt. Umkehr der Strömungsrichtung im Ductus arteriosus mit Verengung und Verschluß desselben. Kreislauf nach der Geburt: Linker Ventrikel---> Aorta ---> großer Kreislauf ---> Kapillargebiete ---> Venen ---> rechter Vorhof ---> rechter Ventrikel ---> Lungenarterien ---> Kapillaren der Lunge -- -> Lungenvenen ---> linker Vorhof ---> linker Ventrikel, etc. 4 Zellen, Gewebe und Organe Literatur: Faller & Schünke Grundeigenschaften der Zelle: Stoffwechsel, Wachstum, Empfindlichkeit (Reizaufnahme aus der Umwelt), Bewegung und Fortpflanzung. Zytoplasma: Kolloid von gelartiger Beschaffenheit, 3/4 Wasser, 1/4 Eiweiß, Lipoide und Kohlenhydrate. Zellorganellen: Endoplasmatisches Reticulum (System von Spalten, in denen rascher Transport gelöster Stoffe im Inneren des Zytoplasmas gewährleistet ist), Ribosomen (sitzen der Außenfläche der Lamellen des endoplasmatischen Reticulums auf; Orte der Eiweißbildung), Golgi-Feld (Lamellensystem; Aufgabe Sekretbildung), Zentrosomen (aus zylindrischen Röhren aufgebaut; für Zellteilung wichtig), Mitochondrien (längliche, von einer Doppelmembran umgebene Gebilde; Träger der Atmungsenzyme, Umwandlung von ADP in ATP), Lysosomen (enthalten Enzyme für den Abbau großer Moleküle). Zellmembran: Besteht aus innerer und äußerer Eiweißschicht mit dazwischenliegender Lipoidschicht. Regelt den Stoffaustausch zwischen Zelle und zwischenzelligem Raum. Die Zelloberfläche verfügt über besondere Rezeptoren, welche die Unterscheidung von körpereigen und körperfremd gestatten. Mit Hilfe auflösender Enzyme (Lysozyme) und Eiweiß verdauender Enzyme (Proteasen), die von der Zellmembran abgegeben werden, zerstört die Zelle fremde Substanzen. Sie kann kleine Partikel umfließen und sie durch Phagozytose in sich aufnehmen. Die Einverleibung kleiner Tröpfchen wird als Pinozytose bezeichnet. Zellkern (Nucleus): Mit Doppelmembran umgeben, deren Spalt mit dem endoplasmatischen Reticulum zusammenhängt. Kernporen gestatten Austausch mit dem Zytoplasma. Im Kern die Kernkörperchen (Nucleolen). Der Kern besteht aus Nucleinsäuren: RNS in den Nucleolen und DNS im übrigen Kernraum. DNS läßt sich anfärben, daher auch als Chromatin bezeichnet. Aus dem Chromatin gehen bei der Zellteilung die Chromosomen hervor. Elektrolyte: Im Wasser gelöste Salze, Säuren und Basen in Form elektrisch geladener Teilchen (Ionen). Filtration: Durchpressen kleinster Teilchen, die in einem Lösungsmittel gelöst sind, durch eine Membran mit entsprechender Porengröße (z.B. Kapillaren, Nieren). Diffusion: Langsame Durchdringung und Mischung von Flüssigkeiten oder Gasen bis zur völligen Durchmischung bei direkter Berührung von Gasen bzw. Flüssigkeiten unterschiedlicher Konzentration (z.B. Durchtreten von Sauerstoff durch die Wände der Lungenbläschen). Osmose: Diffusion durch eine semipermeable Membran. Dabei zieht die höher konzentrierte Lösung Wasser an ---> osmotischer Druck. Der osmotische Druck der Gewebeflüssigkeit hängt vom Eiweiß- und Salzgehalt ab und entspricht etwa einer Lösung von 0,9 % NaCl (= physiologische Kochsalzlösung). Gewebe: Verband gleichartig gebauter Zellen und ihrer Abkömmlinge in Hinblick auf eine oder mehrere gleichartige Funktionen. Epithelgewebe: Auskleidung einer äußeren oder inneren Oberfläche. Funktionen: Schutzfunktion (z.B. Epidermis der Haut), Sekretion (Drüsen; endokrine und exokrine; vom Bau her tubulöse, 5 alveoläre und azinöse Drüsen), Resorption (Epithel der Darmzotten), Reizaufnahme (Sinnesepithelien, z.B. Netzhaut des Auges). Unterscheidung der Epithelien nach der Form: Plattenepithel (z.B. Bauchfell), kubisches Epithel (z.B. Sammelrohre der Nieren), Zylinderepithel (z.B. Darmepithel). Unterscheidung der Epithelien nach der Anordnung: Einschichtiges Epithel (z.B. Darmepithel), mehrschichtiges Epithel (z.B. Epidermis = Oberhaut), mehrstufiges Epithel (z.B. Respirationstrakt; alle Zellen sitzen der Basalmembran auf, erreichen aber nicht alle die Oberfläche), Übergangsepithel (z.B. ableitende Harnwege; sehr dehnbar). Bindegewebe: Funktion: Stützfunktion und Stoffwechselfunktion. Bau: Zellen, zwischenzellige Substanz (Interzellulärsubstanz) und Fasern. Formen: Embryonales Bindegewebe, retikuläres Bindegewebe, Bindegewebe des Erwachsenen, Fettgewebe, Knorpel, Knochen. Embryonales Bindegewebe (Mesenchym): Hiervon stammen alle Stützgewebe ab. Mesenchymzellen bilden einen lockeren Zellschwamm, in den Lücken befindet sich flüssige Zwischensubstanz. Zellen können sich aus dem Verband lösen ---> Wanderzellen (Makrophagen). Retikuläres Bindegewebe: Ähnlich dem embryonalen mit Gitterfasern. Kann geformte Stoffe aufnehmen (Phagozytose) und speichern. Grundlage von Lymphknoten, Milz und Knochenmark. Retikuloendotheliales System (RES): Alle Zellen des Körpers, die phagozytieren und speichern. Zum RES gehören die Retikulumzellen des retikulären Bindegewebes und auch die Endothelzellen (Wandzellen) gewisser Kapillaren z.B. Kupffersche Sternzellen der Leber. Funktion: Abwehrtätigkeit (Bildung von Antikörpern). Bindegewebe der Erwachsenen: Anordnung: Locker (z.B. interstitielles Bindegewebe) oder straff (z.B. Sehnengewebe). Bindegewebszellen teils ortsbeständig (Fibrozyten) teils beweglich (Histiozyten). Fasern: Kollagene und elastische Fasern. Funktion: Bindefunktion, Wundheilung. Fettgewebe: Braunes (zahlreiche kleine Fettröpfchen) und gelbes Fettgewebe (ein einziger großer Tropfen Fett). Funktion: Speicherfett (Brennstoffvorrat), Baufett (z.B. Fettpolster an der Ferse), Isolationsfett (Subkutanfett der Haut zum Wärmeschutz). Knorpelgewebe: Knorpelzellen und Knorpelgrundsubstanz mit Bindegewebsfasern. Formen: Hyaliner Knorpel (z.B. Gelenkflächen), elastischer Knorpel (mit elastischen Fasern, z.B. Ohrknorpel), Faserknorpel (mit kollagenen Fasern, z.B. Bandscheiben). Knochen: Knochenbildungszellen (Osteoblasten) scheiden Knochengrundsubstanz ab, Knochenzellen (Osteozyten) sind vollständig von der Grundsubstanz eingeschlossen und Knochenabbauzellen (Osteoklasten) bauen den Knochen ab. Knochengrundsubstanz: 1/3 Ossein (organisch), 2/3 Mineralsalze; enthält zahlreich kollagene Bindegewebsfasern. Röhrenknochen: Schaft (Diaphyse) und Gelenkenden (Epiphysen). Knochenanbauten für Sehnen = Apophysen. Beim Jugendlichen zwischen Epiphysen und Diaphysen die Epiphysenfugen = Zonen des Längenwachstums. Muskelgewebe: Gekennzeichnet durch Kontraktilität, Reizbarkeit und Leitfähigkeit für den gesetzten Reiz. Formen: Glatte Muskulatur (Hohlorgane, Gefäße; Arbeitsweise langsam, wiederkehrend, unwillkürlich und autonom), quergestreifte Skelettmuskulatur (Arbeitsweise rasch, an keinen Rhythmus gebunden, willkürlich beeinflußbar und dem ZNS unterstellt), Herzmuskulatur (Arbeitsweise rasch, wiederkehrend, unwillkürlich und autonom). 6 Nervengewebe: Funktionen: Erregungsleitung (periphere Nerven mit afferenter und efferenter Leitung) und Reizverarbeitung (nervöse Zentren, vor allem ZNS). Baueinheit: Neuron mit Zelle, Dendriten und Neuriten (Axon). Vorkommen: Graue Substanz von Rückenmark und Gehirn. Formen: Unipolare, bipolare und multipolare Zellen. Im Zellkörper Nissl-Schollen und Neurofibrillen. Tumoren: Treten bei jedem 3. Menschen auf, 2/3 der Erkrankten sterben daran. Maligner Tumor = Ansammlung von Krebszellen. Benigne Tumoren wachsen nur begrenzt. Krebs (Carcinom) kann in jeder Art von Körpergewebe vorkommen. Kennzeichen: Ungehemmtes Wachstum, dadurch Verdrängung des gesunden Gewebes und Beanspruchung großer Nährstoffanteile. Mögliche Ursachen: Mutation (Produktionsfehler bei der täglichen Zellherstellung), Chemikalien (z.B. Teer im Tabak), elektromagnetische Strahlen (ultraviolette, Röntgenstrahlen, radioaktive Strahlen), Viren. Krebsbehandlung: Chirurgisches Entfernen vor Metastasenbildung (wichtig die Vorsorgeuntersuchungen) und Wachstumshemmung (Röntgenstrahlen, Zytostatika, Hormone). Menschliche Ontogenese Literatur: Sadler, T.W. (1998). Medizinische Embryologie. Stuttgart: Thieme (begründet von J. Langman). Ontogenese: Keimesentwicklung des Einzelwesens. Phylogenese: Stammesentwicklung der Menschen und Tiere. Gametogenese: Entwicklung der männlichen (Spermatozyte) und weiblichen Geschlechtszellen (Oozyte) aus den Keimzellen. Chromosomen des Menschen: Die normale Körperzelle enthält 46 Chromosomen: 44 Autosomen und 2 Geschlechtschromosomen. Weibliche Geschlechtschromosomen bestehen aus 2 X- Chromosomen, männliche aus 1 X- und 1 Y-Chromosom. Jedes Autosom besitzt ein Partnerchromosom mit den gleichen morphologischen Merkmalen, sie bilden jeweils ein Paar von Homologen. Obwohl X- und Y-Chromosom nicht identisch sind, spricht man beim Menschen von 23 Chromosomenpaaren = diploider Chromosomensatz. Mitose: Normale Zellteilung. Phasen: (1) Verdoppelung des DNS-Gehalts in der Zelle, (2) Prophase (Chromosomen werden im Lichtmikroskop sichtbar), (3) Prometaphase (Chromosomen kontrahieren sich. Jedes Chromosom besteht infolge der DNS-Verdoppelung aus zwei Chromatiden, die am Zentromer zusammengehalten werden), (4) Metaphase (Chromosomen ordnen sich in der Äquatorialplatte an), (5) Anaphase (Teilung des Zentromers und Auseinanderrücken der Tochterchromosomen), (6) Telophase (Bildung der Tochterzellen, Durchschnürung des Zytoplasmas). Meiose = Reifeteilungen: Phasen: (1) Verdoppelung der DNS wie bei der Mitose, (2) Prophase (Im Unterschied zur Mitose paaren sich in der sog. 1. Reifeteilung die homologen Chromosomen. Da 7 jedes einzelne Chromosom zwei Chromatiden enthält, bestehen die homologen Chromosomenpaare aus 4 Chromatiden. Es erfolgt der Austausch von Chromatidabschnitten zwischen den gepaarten homologen Chromosomen = Crossing over. Dabei findet ein Austausch von Gengruppen zwischen den homologen Chromosomen statt). Phasen (3) - (6) wie bei Mitose. Am Ende der 1. Reifeteilung enthält jede Tochterzelle eine Hälfte von jedem Chromosomenpaar, wobei jedes Chromosom jedoch aus 2 Chromatiden besteht. Der Gesamtgehalt an DNS in jeder Tochterzelle entspricht also noch dem der übrigen Körperzellen. Im Anschluß an die 1. Reifeteilung treten die Zellen sofort in die 2. Reifeteilung ein. Der 2. Reifeteilung geht keine DNS-Synthese voraus. Phasen: Wie bei Mitose ohne (1). Am Ende der 2. Reifeteilung ist der DNS-Gehalt nur noch halb so groß wie in den normalen Körperzellen (haploider Chromosomensatz). Meiose der weiblichen Keimzelle: Es entstehen 4 Tochterzellen mit je 22 Autosomen und 1 X- Chromosom. Nur eine Tochterzelle entwickelt sich zur Eizelle, die anderen drei (Polkörperchen) erhalten kaum Zytoplasma und degenerieren. Meiose der männlichen Keimzelle: Es entstehen 2 Tochterzellen mit 22 Autosomen + 1 X-Chromosom und 2 Tochterzellen mit 22 Autosomen + 1 Y-Chromosom. Non-disjunction: Störung bei der 1. Reifeteilung. Trennung eines homologen Chromosomenpaares bleibt aus, und beide Glieder wandern in eine Zelle. Dadurch erhält eine Zelle 24, die andere 22 Chromosomen statt - wie normal - 23 Chromosomen. Wenn bei der Befruchtung ein Gamet mit 23 Chromosomen mit einem Gameten verschmilzt, der 24 oder 22 Chromosomen besitzt, entsteht ein Organismus mit 47 Chromosomen (Trisomie) oder mit 45 Chromosomen (Monosomie). Entwicklung der Oozyte: (1) Urkeimzelle (beim Embryo in der 4. Woche bereits sichtbar), (2) Oogonie (entstehen durch Mitose aus den Urkeimzellen), (3) primäre Oozyte (entstehen aus den Oogonien im 3. Monat. Replikation der DNS und Eintreten in die Prophase der 1. Reifeteilung. Primäre Oozyte mit umgebenden Epithelzellen = Primärfollikel), (4) Ruhestadium (Diktyotänstadium bis zu 40 Jahre), (5) Reifung des Primärfollikels mit Einsetzen der Pubertät ---> Entstehung des Graaf-Follikels (besteht aus: Oozyte mit Zona pellucida und Follikelzellen, Follikelhöhle, Theca interna und Theca externa), (6) Fortsetzung der 1. Reifeteilung ---> sekundäre Oozyte, (7) zweite Reifeteilung mit der Ovulation = Follikelsprung. Entwicklung der Spermatozyte: (1) Urkeimzelle, (2) Spermatogonien (entstehen erst mit der Pubertät aus den Urkeimzellen), (3) primäre Spermatozyten (entstehen durch Mitose aus den Spermatogonien. Replikation der DNS und Eintreten in die Prophase der 1. Reifeteilung), (4) erste
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